Business to Business in der österreichischen Holzwirtschaft

Der Hintergrund der gleichnamigen Studie ist der Aktionsplan für Umwelttechnologien der EU (ETAP – European Technology Action Plan), welcher seit 2004 in Kraft getreten ist. Der ETAP zielt darauf ab, das Potenzial der Umwelttechnologien in den Mitgliedsländern umfassend zu nutzen und den Einsatz von Umwelttechnologien voranzutreiben. Ziel der vorliegenden Studie ist die Darstellung der österreichischen Holzwirtschaft und ihre Business to Business Relations in Hinblick auf den Einsatz von Umwelttechnologien und Umweltschutz.

© Umweltbundesamt

In der vorliegenden Studie werden Business to Business Relations innerhalb der österreichischen Holzwirtschaft dargestellt und ausgewählte Beispiele beschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf jenen Branchen, die am meisten Holz verarbeiten. Das sind die Sägeindustrie, Papierindustrie, Plattenindustrie und der Bereich energetische Nutzung von Holz und Holzstoffen. Die Stoffströme werden erhoben oder mit Umrechnungsfaktoren abgeschätzt und zusammenfassend abgebildet. Die Vernetzungen und Konkurrenzsituationen innerhalb der Holzwirtschaft werden damit ersichtlich.

Um die Business to Business Relations darzustellen, werden die wichtigsten bestehenden Regelwerke (Vereinbarungen, Normen etc.) in der Holzwirtschaft genannt und z. T. kurz beschrieben. Ein Kapitel widmet sich den Zertifizierungssystemen und Labels, die innerhalb der Holzwirtschaft in Verwendung sind, dabei werden PEFC und FSC beschrieben. In der Österreichischen Holzwirtschaft wird das PEFC-Gütesiegel zunehmend eingesetzt. Bei Labels gilt: je näher man sich beim Endverbrauch und somit beim Produkt selbst befindet, desto mehr Gütesiegel kommen zum Einsatz.

 

In der Österreichischen Holzwirtschaft gibt es ein umfangreiches Regelwerk an Normen und Vereinbarungen, die die Business to Business Beziehungen bestimmen. Am wichtigsten dabei sind die ÖHU – Österreichische Holzhandelsusancen. In Verwendung sind auch ÖNORMEN, CEN-Normen und Vereinbarungen innerhalb der einzelnen Branchen bzw. Betriebe. Normen und Vereinbarungen haben auch Einfluss auf den Marktzugang, z. B. das Einhalten von entsprechenden US-Normen für den Export dorthin.

 

Die Qualität der Holzsortimente hat Einfluss auf die Prozesse (und dadurch auch z. B. auf den Chemikalienverbrauch in der Papierindustrie) und Maschinen (Gewährleistung), es konnte aber keine unmittelbare Verknüpfung zu konkreten Umwelttechnologien hergestellt werden. Bei der energetischen Nutzung bestimmt die Qualität des Brennstoffes die Technologie der Feuerungsanlage.

 

Umweltzeichen haben die Information von KonsumentInnen zum Ziel und verlangen das Einhalten von Kriterien für ausgewählte umweltrelevante Parameter.

 

Der größte Holzverarbeiter ist die Sägeindustrie. Das Schnittholz wird hauptsächlich exportiert und die Nachfrage nach Schnittholz in Italien, USA, Japan und Levante (Länder um das östliche Mittelmeer) ist die „driving force“ in der Holzwirtschaft. Diese bestimmt, wie viel Rundholz eingeschnitten wird und diese Menge bestimmt wiederum, wie viel Sägenebenprodukte (Hackschnitzel und Späne) anfallen und somit am Markt verfügbar sind. Sägenebenprodukte sind wichtige Rohstoffe für die Papierindustrie und Plattenindustrie. In der Papierindustrie beträgt das Verhältnis zwischen Industrieholz (Holz direkt aus dem Wald) und Sägenebenprodukten 1:1, bei der Plattenindustrie 1:2,5.

 

Die Produktionszahlen in der Sägeindustrie, Plattenindustrie und Papierindustrie sind in den letzten Jahren tendenziell gestiegen und damit auch die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz und Sägenebenprodukten. Auch der Bedarf an Holz für die energetische Nutzung hat zugenommen. Biomassefeuerungen wurden sowohl innerhalb der Holz- und Holzverarbeitenden Industrie als auch zur Bereitstellung von Wärme und Strom für den Endverbrauch errichtet. Diese Entwicklung hat zu einer Konkurrenzsituation zwischen stofflicher und energetischer Verwertung geführt, vor allem bei den Sortimenten Sägespäne (Pelletsherstellung) und Hackgut. Die Preise dieser Sortimente sind in den letzten fünf Jahren tendenziell gestiegen.

 

Die Preise für Rundholz und andere Holzsortimente (z. B. das „Koppelprodukt“ Industrieholz) sind stark abhängig vom Weltmarktpreis. Lokale Ereignisse wie Sturmschäden können jedoch die Preissituation in Österreich beeinflussen.

Infobox

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B2B Holzwirtschaft [PDF, 3.5MB]