Industrieszenarien 2030 und 2050 (2015)

Für die Diskussion über Klima- und Energieziele bis 2030 und 2050 hat das Umweltbundesamt drei Szenarien für den Sektor Industrie erstellt.

Szenario WEM

Im Szenario WEM wurden der EU-Emissionshandel gemäß der Emissionshandelsrichtlinie (RL 2003/87/EC i.d.F. 2009/29/EG) und eine jährliche Effizienzsteigerung aufgrund der Umweltförderung Inland und die Umsetzung des Nationalen Energieeffizienzaktionsplans als Maßnahmen angenommen. Trotz dieser Maßnahmen steigt der Gesamtverbrauch um 99 PJ auf 615 PJ im Jahr 2050. Der steigende Gesamtverbrauch wird in erster Linie durch fossile Energieträger (+ 51 PJ), Biomasse (+ 21 PJ) und Strom (+ 20 PJ) gedeckt.

Szenario WAM

Im Szenario WAM wurden über die Maßnahmen im Szenario WEM auch noch die Umsetzung des Bundes-Energieeffizienzgesetzes und eine Steigerung der Fernwärmeproduktion und des Fernwärmeabsatzes durch Errichtung von Solarthermieanlagen auf Industriegeländen und die Einführung eines Wärmekatasters angenommen. Der Gesamtverbrauch steigt bis 2030 an, geht bis 2040 leicht zurück und steigt bis 2050 auf 573 PJ an; das sind 56 PJ mehr als 2010 und 42 PJ weniger als im Szenario WEM. Der Anstieg führt zu einem Mehrverbrauch von fossilen Energieträgern um 25 PJ, von Biomasse um 14 PJ und von Strom um 12 PJ gegenüber 2010. Für den energetischen Endverbrauch wurden die Ziele des Energieeffizienzgesetzes auf Basis des Mittelwertes der Jahre 2010–2012 der Energiebilanzen 1970–2012 auf die einzelnen Sektoren heruntergebrochen. Für den Sektor Industrie werden diese Ziele genau erreicht: Bis 2020 liegt der Endverbrauch um 15 PJ unter dem des Szenarios WEM, bis 2030 um 32 PJ.

Szenario WAM plus

Der Fokus des Szenarios WAM plus liegt auf ambitionierten Maßnahmen, die nach 2020 bis 2050 wirksam sind und im Hinblick auf längerfristige Ziele gesetzt sind. Das Ziel ist aber nicht eine Abbildung der Ziele der EU-Roadmaps, sondern die Darstellung einer möglichen Trendwende im Energieverbrauch. Gegenüber 2010 sinkt der Gesamtverbrauch im Sektor Industrie bis 2050 um 117 PJ auf 399 PJ. Während der Verbrauch an fossilen Energieträgern um 137 PJ zurückgeht, steigt der Verbrauch an elektrischer Energie um 20 PJ. Im Gegensatz zu den Szenarien WEM und WAM verzeichnet auch die Biomasse einen leicht rückläufigen Verbrauch.